Wer nach Paris will, sollte sich zunächst fragen:

Wie hinkommen?

  • Flug scheidet meist aus, weil zu teuer und zeitaufwendig, denn gegen Zug und Auto muß nicht nur die Flugzeit, sondern auch die lästige Ein- und Aus-checkerei und der Weg von und in die Stadt gegengerechnet werden. Gepäck ist zu tragen. Lohnt nicht. Von Charles-de-Gaulle fährt man am besten mit der RER Linie B in die Stadt (aus Zone 5).
  • Ab Köln oder Frankfurt fährt der Superzug Thalys in ca. 3:15h zum Gare du Nord. Wer rechtzeitig reserviert (ab 3 Monate vorher) kann billig hinkommen, da es geringe low-cost-Kontingente gibt. Allerdings steht dann Gepäcktragen an, durch die langen Gänge der Métro, womöglich mit Umsteigen, nicht jedermanns Sache.
  • Mit dem Auto sind es ab Bonn um 510km, ab Köln 490km, also rund 5 Stunden Fahrtzeit. A4 bis AK Aachen, A44 Richtung Lüttich wird zur A3/E40, bei Liège der Ausschilderung Namur auf die A15/E42 folgen, wird 100km weiter zwischen Anschlußstelle 19 und 20 zur A7/E42, über Mons bis zur Grenze, A2/E19 bis Cambrai, wo man automatisch auf die A1/E19 Richtung Paris kommt.
    Neben den Treibstoffkosten, die in Frankreich leider höher als bei uns sind, sind zweimal Autobahnmaut à 13,30€ (2011) und Geld pro Nacht für die Unterbringung des rollenden Gefährts in der Parkgarage einzuplanen. Vorteil: kein Gepäcktragen.

    wo schlafen?

    Hier wie in fast allen Staaten Zentraleuropas lohnt es sich, in einem der überall aus dem Boden schießenden small-budget-Hotels der ETAP oder der Formule1-Gruppe zu übernachten, die direkt am Autobahnring liegen. Das kostet zwar für eine Einzelperson (ohne Frühstück!) knapp 50 Euro, eine zweite oder dritte Person zahlt aber bei vielen Hotels nur rund 3 € dazu.

    Billig und günstig übernachtet man in Paris in den drei von der Stadt Paris renovierten alten Stadthäusern (mit Fachwerk) des MIJE im ältesten Viertel der Stadt, im Marais, gleich hinter der Mairie, 4. Arr. Reservierung ist möglich. Mit dem Auto gut zu erreichen: Von der A1 aus Richtung Norden kurz nach dem Aéroport Charles de Gaulle auf die A3 Richtung Péréphérique Est bis Porte de Bagnolet, dort Richtung Süden bis zur Porte de Vincennes (2. Abfahrt), rechts = stadteinwärts über die Pl. de Nation und Pl. de Bastille geradeaus hinweg und schon ist man auf der Rue St. Antoine / Rue de Rivoli im Marais.

    In unmittelbarer Nähe liegen 2 Métro-Stationen und eine Parkgarage (etwa 30 DM pro Nacht) - was will man mehr? Zu den Seine-Inseln sind es kaum 3 Minuten Fußweg, Notre Dame ist 10 Minuten entfernt. Unbedingt vorher reservieren: MIJE, tel. 0033/1/42742345, Fax 0033/1/40278164, mail. Es gibt Einzel- bis Vierbettzimmer, alle incl. Frühstück, einfach, sauber, Bettwäsche wird gestellt. Unbedingt im MIJE-eigenen Restaurant 'La Table d'Hôte' (4) werktags mittags oder abends essen; so günstig wie dort ißt man sonst nirgendwo. Gutscheine gibts an der Rezeption im MIJE Rue de Fourcy 6 (2). Das Auto kann man von dort aus gut stehen lassen und ansonsten Métro und Busse benutzen, obwohl Autofahren in Paris ungemein Spaß macht! Die MIJE-Gästehäuser (1 = Fauconnier, 2 = Fourcy, 3 = Maubuisson) schliessen um 1 Uhr nachts, aber die letzte Metro geht sowieso gegen 0:30 Uhr.

    Hägar in Paris
    Abgesehen vom MIJE in Paris läßt es sich auch günstig in den Jugendhotels der CISP Kellermann und CISP Maurice Ravel und sogar frankreichweit bei éthic étapes übernachten. Eine ziemlich komplette Liste aller speziell für Jugendliche geeignete Unterkünfte in Paris gibts hier. Weltweit verhilft hilft Budgetplaces zu einem günstigen Bett.

    Günstige Hotels in Paris sind z.B. die Oops-Hotels. Manchmal lohnt es sich, beim Hotel Reservation Service vorbei zu gucken. Die haben ebenfalls eine gute Suchmaschine und günstige Preise.

    Und last but not least die abgefahrendsten Adressen: Bei Wimdu und Airbnb kann man weltweit private Unterkünfte mieten: Zimmer, leerstehende Wohnungen oder sogar schicke Appartenents. Ähnlich: 9flats.com. Und wenns gar nichts kosten soll, ist vielleicht Couchsurfing etwas für Dich??

    und nun?

    Besorgt Euch einen Busplan, gibts kostenlos in jeder Métrostation. Man sieht vom Bus aus viel mehr und die elend langen Gänge in den Métrostationen bleiben einem (insbesondere beim Umsteigen) erspart. Man kann Paris am besten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln entdecken: den Bussen, der Métro oder mit den unterirdischen Schnellzuglinien der RER. Die Stadt ist in Tarifzonen eingeteilt, die City selbst umfasst die Zonen 1&2, der Flughafen Orly und der das Schloß Versailles liegen in Zone 4, der Flughafen Roissy - Charles-de-Gaulle und Disneyland Paris in Zone 5.

    Tickets: Es gibt Einzeltickets t+ (1,70€, 10 Stück kosten 12,50€), man kann umsteigen, aber nicht zwischen den Systemen Bus bzw. Metro/RER wechseln. Fährt man ins Umland (Flughafen, Versailles) gibts Start-Ziel-Tickets.
    Unkomplizierter sind da die Tagestickets names Mobilis und die Ein- und Mehrtagestickets "Paris Visite" (PV), mit denen man unbegrenzt zwischen Bus, Métro und RER umsteigen kann.

    MobilisPV 1 TagPV 2 TagePV 3 TagePV 5 Tage
    1-2 Zonen6,30 €9,30 €15,20 €20,70 €29,90 €
    1-3 Zonen8,40 €
    1-4 Zonen10,40 €19,60 €29,90 €41,90 €51,20 €
    1-5 Zonen14 €
    Das Paris-Visite-Ticket gewährt bis zu 25% Nachlass auf die Eintrittspreise verschiedener Attraktionen und ist in Deutschland bei der Deutschen Bahn auch online gegen Kreditkarte und 3,80€ Versandgebühr (!) erhältlich. Beide Tickets kann man vor Ort am Automaten besorgen, allerdings gehört dazu eine kostenlose Ausweiskarte, die man am Schalter holen muß. Alle Preise Stand: Sommer 2011.

    Nach Versailles (Rive Gauche) kann man die RER Linie C5 nehmen, sie fährt etwa alle 15 Minuten und endet ca. 5 Minuten zu Fuß vom Schloß. Allerdings liegt es in der Zone 4, d.h. Euer Paris-Visite-Ticket für die Zonen 1-3 gilt dort nicht (elektronische Kontrolle). Was tun? Entweder man löste ein Einzelticket aus der Stadt bis Zone 4 (kostet 3,20 € in 2011). Oder man steigt an der Métrostation Pont de Sèvres in den Bus der Linie 171, der Euch für 3 Tickets eines 10er-Carnets direkt ans Schloß bringt. Tip für Paris-Visite-Ticket-Inhaber: einsteigen, nach der Flußüberquerung seid Ihr bis Place Louis IX in Zone 3, da kostet es nur noch 2 Tickets... ;-)

    Inline-Skates machen in Paris keinen Spaß, es sei denn man liebt es, sich tagsüber meterweise durch die Menschenmassen fortzubewegen oder ist selbstmordgefährdet wenn man auf den Straßen fährt. Gegen 22 Uhr ist es dann aber ein besonderer Spaß, die fast menschenleere Champs Élysees hinunter zu fahren und an den Seineufern die Nacht zu genießen. RechtsSeinig kann man ganz gut (heim-)fahren. Interessante Tips dazu gibts bei Mobile-en-ville. Jeden Sonntag abend treffen sich die Inline-Fetischisten zur großen Stadtrundfahrt, eine verrückte Veranstaltung, die aber niemand verpassen sollte. Tel. 44540744. Treffpunkt ist 14.30 Uhr vor dem Magasin Nomades, 37 Bd. Bourdon (4. Arr., kann auch Hausnr. 3 sein), Métro Bastille, etwa 3 Stunden. Freitag abend trifft man sich dann um 22 Uhr an der Place d'Italie (13. Arr.), 3 Stunden gehts dann durchs nächtliche Paris. Aber nicht erschrecken: Viiiele Skater!

    Auch in Paris muß man ins Kaufhaus. Wer auf den Montparnasse-Tower oder den Triumpfbogen fährt, um den reichlich kostenpflichtigen Ausblick zu genießen, ist selbst schuld. Ganzundgar kostenlos bekommt man ihn von den Stufen Sacre Coeurs (Montmartrobus ab Métro Pigalle oder Abesses bis Place du Tertre) oder eben vom Dach des Kaufhauses Lafayette. Und bei der Gelegenheit kann man auch gleich das Interieur des Einkaufstempels bestaunen: Es lohnt sich! Weitere bekannte Kaufhäuser mit viel Erlebnisflair sind das nicht weit entfernte Printemps mit der wunderschönen Glaskuppel, das BHV in der Rue Rivoli und davon nicht weit entfernt das Samaritaine, sowie auf der linken Seine-Seite das (alles andere als "billige") Le Bon Marché.

    Apropos Einkaufen: Nahrungsmittel sind in Frankreich wie in den meisten EU-Staaten teurer als bei uns. Auch ist es nicht so ganz einfach, in der Stadtmitte einen gut sortierten Supermarkt zu finden, kleine Nahrungsmittelläden gibts dagegen aber überall. Neuerdings findet man sogar Filialen eines Discounters aus Deutschland...

    An der Pont d'Alma lohnt sich linksseinig der Abstieg in die 'Egouts de Paris', das kleine Museum der Abwasserkanäle. Keine Angst, man braucht weder Schutzkleidung noch Gummistiefel und die Entlüftung ist so gut, daß man die Kanäle, über die man geführt wird, nicht riecht. Dafür gibts mächtig was zu lernen, z.B. warum es in Paris zwei getrennte parallele Abwassersysteme gibt und warum die dreimaltägliche Wasserreinigung der Straßen keine Frischwasserverschwendung ist. Bei meinem Besuch bekam ich nur eine einzige Ratte zu sehen, und die war ausgestopft...

    die französischen Jugendherbergen und ihre Offices

    Und hier gibts im Internet Infos:

    Sofern man ADAC-Mitglied ist mind. 2 Wochen vorher ein Tourenpaket zu bestellen, auch wenn man gar nicht mit dem Auto zu fahren beabsichtigt. Das kostenlose Material, das es natürlich auch für jede andere Destination gibt (Urlaub, USA!), ist allein die Mitgliedschaft wert. Wichtig: Als ADAC-Mitglied wird man in den meisten Ländern (alle der EU, USA und Canada) von den einheimischen Straßenwachten wie als eigenes Mitglied betreut - bei Pannen ein nicht zu unterschätzender Vorteil...

    Wenn Ihr noch Special-Tips habt, dann immer her damit.


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