Noch kann man im Pullover draußen sitzen,
wenn auch manche schon den Wintermantel hervorgekramt haben.
Der Sturm, der noch nicht naß und noch nicht kalt ist,
und der uns glücklich nach Hause kämpfen läßt,
zu Kerzen, frischem Apfelkuchen und einer Tasse heißem Ostfriesentee.
Es brutzelt und riecht verführerisch aus der Küche:
Bratäpfel, Zimt, Rotkohl und Martinsgans,
Grünkohl, heißer Kakao mit was drin,
die letzten Sonnenstrahlen im Abendrot,
Federweißer und Zwiebelkuchen,
junger Wein in alten Kellern,
der Regen aus braunen Blättern,
Zwerge, die fast im braunen Schnee versinken,
Kinderumzüge im Lampionschein.
Der Herbst erinnert an manche schönen Tage,
Zeit, Bilanz zu ziehen,
nocheinmal zu träumen von den letzten Wochen draußen,
von Abenteuern unter Segeln,
Urlaubserinnerungen und Biergartenbesuchen.
Der Herbst, Zeit für Kultur, Museum und Cabaret,
für Einkaufstouren und gute Bücher,
Freunde einzuladen und lange Diskussionen,
Halloween und Nikolaus, Oper oder Theater,
Zeit der Besinnung, daß alles Leben endlich ist,
Besuch am Grab und in der Kirche, und auf dem Weihnachtsmarkt,
keine Zeit für Trübsinn,
und doch meditatives in Vers und Prosa,
ein abendliches Konzert und Besinnliches aus dem CD-Player.
Vorfreude auf Weihnachten (schon wieder!)
nur noch so wenige Wochen bis hin,
Spekulatius und Stollen im Supermarkt,
was schenke ich bloß meinem Vater?
Planung für das nächste Jahr,
die Skisaison, wann gehen wir segeln,
was wird wohl nächsten Jahr um diese Zeit sein?
Der Herbst, soviel Freude, ich genieße ihn.
Wer Trübsal blasen mag, mag blasen,
ich mache nicht mit.
Wer den Herbst nicht genießen kann, ist selbst schuld.
Pulloverzeit, meine Zeit...