schlafen unter den Themse-Brücken

Wie überall auf der Welt kann man auch in London bei einer ganzen Reihe Youthhostels im Schlafsaal oder 2-/3-/4-Bettzimmer unterkommen. Insbesondere in den Vororten gibt es viele Bed-&Breakfast-Anbieter, wo man Zimmer mit Familienanschluß zu 'reasonable' Preisen bekommen kann (Broschüre mit Adressen beim britischen Fremdenverkehrsamt oder den B&B-Guide anfordern mit über 5000 Adressen in CDN, USA, GB, IRL, ZA, AUS und NZ bei AAR, Vidumstr.2, 49492 Westerkappeln). Bei der Buchung sollte man sich aber nach der Verkehrsanbindung erkundigen!

Wie in anderen Städten auch gibt es günstige Unterkünfte in den Hotels der ETAP- oder der Formule1-Gruppe, die für Overnight-Stayers, also meist Geschäftsleute konzipiert wurden: mit dem Auto gut zu erreichen und mit Parkmöglichkeiten. So liegt je ein Hotel beider Gruppen 10 Fuß-Minuten von der U-Bahn-Station Barking, nicht weit vom City-Airport, direkt am Autobahnring entfernt. Zwar gibts für 25 Pfund pro Nacht (F1, bei ETAP 35) kein Frühstück (+2,50), dafür ists dem Hotel egal, ob in den kleinen Zimmerchen 1, 2 oder 3 Leute übernachten - entsprechend viele Betten sind vorhanden.

In der Stadt 'steige' ich jedoch immer in einem kleinen Hotel gleich am Hyde-Park, dem SASS-House (Craven Terrace 11, Tel. 0044/171/262-2325, Fax -0889) ab. Das gegenüberliegende Elysee-Hotel (Craven Terrace 25, Tel. 0044/171/402-7633, Fax -4193) hat ähnliche Preise. Zimmer sind klein, aber sauber und zweckerfüllend, Frühstück ist inclusive, aber dürftig. Von der Victoria-Station gibts eine direkte Busverbindung zur Paddington Station (36), und die ist zur Craven-Terrace um die Ecke. Von London-Waterloo fährt man mit der Buslinie 12 bis Lancaster Gate, der nächstgelegenen Tube-Station. Wichtig: Doppelzimmer mit getrennten Betten sind Twin-Rooms; Dubble-rooms haben dagegen nur ein Doppelbett, das sich wenig von etwas größeren continentalen Einzelbetten unterscheidet.

Übrigens lohnt sich ein Blick auf LondonTown.com, dort gibts ne Menge Discount-Hotel-Preise. Dort findet man auch den äußerst sinnigen Flyer London for Backpackers, unbedingt mitnehmen!

Wir haben hungerhungerhunger, haben...

Wie auch für andere Orte haben sich speziell für Jugendliche Backpackers (Interrail) gedachte Stadtführer als unerschöpfliche Quelle für ungewöhnliche Tips bewährt. Darin findet man nicht nur Adressen fürs günstige Übernachten, auch der Nahrungsmittelfrage, die in Weltstädten ja auch immer eine des Geldbeutels ist, nehmen sie sich erfolgreich an. Wer weiß schon, in welchem Museum es sich auch ganz ohne Kunstgenuß billig (Cafeteria des British Museum), in welchem Kaufhaus auch ohne Großeinkauf gut essen läßt (nicht billig im Harrods, dafür viel zu sehen), wo man einen gutsortierten Supermarkt oder in welcher Nebenstraße einen brauchbaren Griechen, Italiener, Franzosen oder Thai-Koch findet, dessen Ehrgeiz nicht unbedingt darin besteht, einem einen möglichst großen Teil des Reisesalärs gleich am ersten Tag abzunehmen. Nun weiß man ja, daß es die Engländer nicht so haben mit ordentlichem Essen; aber wie überall auf der Welt kann man ausnahmsweise einmal eines der Fastfood-Ketten probieren, einen der berühmten Fish&Chips-Läden aufsuchen oder - und das ist mein Tip - in einem der zahllosen Pubs in der Regel gut und kostengünstig den leeren Magen füllen.

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rumgucken rumgucken rumgucken

Bleibt noch die Frage, womit wir abgesehen vom shoppen (Harrods lohnt sich nur zum gucken) die Zeit verbringen. Stadtrundfahrt, Tower und Towerbridge, Madame Tussauds Wachsfiguren-Kabinett und das Regierungsviertel Whitehall mit Number Ten und Big Ben, der Wachwechsel am Buckingham-Palast: na, das Übliche eben. Neben den einschägigen Stadtführern empfehle ich, sich als Mitglied kostenlos vom ADAC ein Touren-Paket zusammen stellen zu lassen, auch wenn man per Bahn oder Flugzeug reist bietet es viele aktuelle Informationen und Tips, was man üblicherweise alles gesehen haben muß.

Wenn wir das alles hinter uns haben, gehts ans Eingemachte:

Besucht statt den Pennylane-Flohmarkt oder den in der Portobello-Road den in Camden-Town, malerisch an einem Kanal mit Schleuse und viel Verkehr gelegen, viel Kunstgewerbe, weniger Nepp. Gerade am Wochenende, wenn sowieso wenig in der City los ist, ein lohnenswerter Ausflug.
[Uda:] Die Straße weit genug runterlaufen, links in die Stalls einbiegen und gleich rechts vorne suuupergute chinesische Nudeln an einem kleinen Stand essen, der zweigeteilt ist - einerseits leckere chinesiches Nudelsachen, andererseits richtig schöne Crepes! [/Uda]

Eines der sehenswertesten Kaufhäuser ist Liberties, wenn ich mich richtig erinnere in der Great Marlborough Street, U Oxford Circus, die Regent Street herunter und die erste Straße links. Das Fachwerkhaus sieht nicht nur von außen toll aus, der riesige Gebäudezug hat innen etwas vom alten kolonialen Stil, Waren aus aller Herren Länder, kann ich stundenlang strohmern. Um die Ecke ist die berühmte Carnaby-Street, SOHO und China-Town.

Mindestens 1 Monat vorher sollte man seinen (kostenlosen!) Besuch im Parlament angekündigt haben, Tel. 0044/171/219-4272, Fax -5839. Gleich bei der Beantragung Anzahl der Personen, Namen und geplantes Besuchsdatum (ggf. mehrere Tage) angeben. Man wird Euch dann eine Einlaßkarte und Infos zuschicken.

Her Majesty bittet zwei Stunden in den Buckingham-Palast, wer frühzeitig sich um Tickets bemüht hat und im August oder September in London weilt. Tickets werden gegen Kreditkarte zugeschickt. Es soll auf der HP einen virtuellen Gang durch die Gemächer des Palastes geben. Frühzeitig da sein, laaaange Schlangen!

Wer Lust hat, den nehme ich auf einen Abstecher in die Nobelviertel, Mayfair, Belgrave und an den Eaton-Place, mit. Fast jeden September fahre (oder fliege) ich in die britische Hauptstadt zur Last Night of the Proms, der letzten Nacht der Promenadenkonzerte in der Royal Albert Hall, einer musikalischen Fete ganz eigener Art. Karten werden Anfang Mai für sechs Konzerte bestellt, von denen wir das letzte (Freitag) und eben die Last Night traditionell am 2. Samstag im September besuchen. Die übrigen Karten versuchen wir, über das Stadtmagazin LOOT oder bei Ebay-UK an den Mann zu bringen. Die sechs-Konzert-Regelung soll die Last Night den Freaks vorbehalten, was die Sache leider teuer macht, aber für mich ein absoluter Kindertraum ist. Zweimal habe ich ihn mir bislang erfüllt.

So, dann wünsche ich einen prima Besuch in London!


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